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Wie heißt dieser Saal?
Dieser Saal ist der sogenannte »Kirchensaal« der
Brüdergemeine
Herrnhut. Einen besonderen Namen trägt er nicht. Früher
sprach man auch vom »Betsaal« oder vom »Gemeinsaal« oder
einfach nur vom »Saal«. Seine Grundfläche beträgt
34 x 16 Meter.
Worum
unterscheidet sich dieser Saal von
anderen Kirchen?
Die Brüdergemeine entstand nicht als eigenständige Kirche,
sondern als innerkirchliche Erweckungs-Be-wegung. Sie ging aus
der verfolgten Böhmisch-Mähr-ischen
Brüder-Unität hervor, deren Glieder sich in ihrer Heimat
häufig in alternativen Räumen ver-sammelten.
Wie
alt ist dieser Saal?
Die Grundmauern dieses Kirchensaales stammen aus dem Jahre 1756.
Entworfen und gebaut wurde er von Siegmund August von Gersdorf
(1702-1777). Am 9. Mai 1945 brannte er vollkommen aus. In den Jahren
1951 bis 1956 wurde er wieder aufgebaut.
Warum
ist in diesem Saal alles weiß?
Weiß gilt als die Farbe der Freude, der Reinheit und
der Erlösung. Wir freuen uns, dass wir im Saal beieinander
sind und dass wir Gemeinschaft mit Gott haben. Ein schlichter
Saal lässt das Wichtigste, die versammelte Gemeinde, besser
zur Geltung kommen.
Warum
fehlt in diesem Saal jeglicher Schmuck?
Die Gründer Herrnhuts konnten sich Schmuck weder
leisten noch hielten sie ihn, abgesehen von Bildern, für erforderlich.
Der Saal galt ihnen nicht als Sakral-Raum, sondern als multifunktionaler
Versammlungsraum. Wert-volle Ausstattungs-Gegenstände können
ablenken.
Warum
ist im Saal alles quer ausgerichtet?
Durch die Quer-Ausrichtung der Bankreihen entsteht eine
größere Nähe zwischen dem Liturgen und der Gemeinde.
Sie unterstreicht den wichtigen Gemeinschaftsgedanken.
Unter Einbeziehung der vorderen »(Mit)Arbeiterbänke« sitzt
man wie in einem Kreis.
Warum
gibt es keine Kanzel und keinen Altar?
Die Brüdergemeine betont seit ihren Anfängen
das Priestertum aller Gläubigen. Erhöhte, bevorzugte Plätze
für Kleriker gibt es darum in diesem Saal nicht. Nach wie vor
werden viele Versammlungen von Laien gehalten. Der Talar ist nur
ein Sakraments-Kleid.
Welche
Bedeutung hat der grüne Tisch?
Der grüne Tisch heißt »Liturgustisch« und ist
der Platz für den Versammlungsleiter. Er ist kein besonders heiliger
Ort, sondern ein Arbeitstisch: mal Lesetisch, mal Auflage für
ein Predigtpult, mal Abendmahlstisch, mal Tauftisch. Grün gilt
als die Farbe des Lebens.
Wieviele
Plätze gibt es in diesem Saal?
In diesem Saal haben etwa 600 Menschen Platz.
Wöchentlich gibt es hier mindestens zwei Gemeinde-Ver-sammlungen,
die zumeist von 150 bis 250 Menschen
be-sucht werden. In den Bänken sitzt man dicht neben-einander,
d.h. ohne Lücken.
Was
gibt es sonst noch Interessantes im Saal?
Die linke Seite dieses Saales heißt traditionell »Schwesternseite«
die rechte »Brüderseite«. Früher saßen
Männer
und Frauen getrennt, heute nicht mehr. Auf die Schwestern-Empore musste
nach 1945 aus Kostengründen verzichtet
werden.
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