Lebendige Geschichte Herrnhuts

Der Altan

Der Aussichtsturm (»Altan«) ist das Wahrzeichen unserer Stadt. Seit 1790 hat der Altan seine heutige Form.
Matthijs Beuning (1739-1800) liess den Altan 1790 »zu seiner und seiner Geschwister Vergnügen« an der Stelle errichten, wo schon früher ein Häuschen gestanden hatte. Dieses alte Häuschen hatte Zinzendorf 1725 oder 1726 bauen lassen, zur Erinnerung an einen Spaziergang, den er mit seiner Frau an ihrem ersten Hochzeitstag am 7. September 1723 gemacht hatten. Von dem höchsten Punkt des Hutbergs, so erzählte der Graf später, hatten sie einen Regenbogen gesehen, der sich zwischen Zinzendorfs Schloss in Berthelsdorf und dem erstgebauten Haus in Herrnhut ausstreckte. Deswegen nannten die Herrnhuter das Häuschen auf dem Hutberg auch Gnadenbogen.
Auf einem Ortsplan von 1765 kommt dieses Häuschen schon nicht mehr vor. So entschied sich Beuning 1790 einen neuen Aussichtsturm zu errichten. Ein Altan ist eigentlich eine Aussichtsterrasse oben auf einem Haus. In diesem Fall hat sich die Bezeichnung auf das ganze übertragen.
Es gibt Leute, die im Altan einen Gebetsturm meinen zu erkennen. Wir glauben aber nicht, dass der Altan jemals als besonderer Gebetsort gemeint war. Ganz im Gegenteil, wir glauben, dass Gott überall zu finden ist, und dass es keine Orte gibt, wo man besser beten kann als an anderen.

(Quelle: Th. Bechler, Ortsgeschichte von Herrnhut, Herrnhut 1922, 46).




Blick auf den Hutberg mit Gottesacker

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Der Altan, Wahrzeichen unserer Stadt
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